Unsere Fragen zur Kommunalwahl Osnabrück 2026
Anlässlich der anstehenden Kommunalwahl haben wir den Parteien CDU, SPD, Grüne, Linke und FDP einen Fragenkatalog geschickt und eine Frist von zwei Wochen zur Beantwortung gesetzt.
Wir haben die Kandidaten um eine ehrliche Antwort gebeten, werden diese aber nicht im Wortlaut veröffentlichen, da dies im Vorfeld nicht angekündigt war.
Geantwortet haben nur CDU, SPD und FDP. Wir hätten uns eine Antwort von allen fünf Parteien gewünscht.
Nach der Wahl werden wir den/die GewinnerIn kontaktieren und um Einverständnis zur Veröffentlichungen der Antwort bitten.
Der Brief
Guten Tag,
wir sind ein gemeinnütziger Verein aus Osnabrück, der sich der nachhaltigen Förderung von Kunst und Kultur verschrieben hat. Einen besonderen Platz in unserem Herzen nimmt dabei das Nachtleben ein.
Im Hinblick auf die kommende Kommunalwahl möchten wir Ihnen einige Fragen zu Ihrer persönlichen Haltung sowie zur Position Ihrer Partei in Bezug auf die Kultur- und Nachtlebenpolitik in Osnabrück stellen.
1. Vielfalt des Nachtlebens
In den vergangenen Jahren wurden mehrere Kultureinrichtungen geschlossen oder in ihrer Nutzung stark eingeschränkt, beispielsweise die Skatehalle, der Bastard Club, der Ostbunker und das Darknet. Dadurch konzentriert sich das Nachtleben zunehmend auf wenige verbliebene Einrichtungen.
Was möchten Sie konkret unternehmen, um das kulturelle Angebot für junge Erwachsene wieder breiter und vielfältiger aufzustellen und unterschiedliche Formen von Nacht- und Subkultur in Osnabrück zu ermöglichen?
2. Freiräume für elektronische Jugendkultur
In den vergangenen Jahren wurden selbstorganisierte „Raves“ im Umfeld des Hafens zumindest geduldet. Seit diesem Jahr ist dies nicht mehr möglich. Damit gibt es nur noch wenige niedrigschwellige Möglichkeiten für junge Menschen, elektronische Musik und entsprechende Jugendkultur unabhängig von klassischen Veranstaltungsorten zu erleben – beispielsweise das gelegentliche Charity-Picnic im Bürgerpark oder Veranstaltungen rund um den 1. Mai am Rubbenbruchsee.
Welche Ansätze haben Sie, um solche Formen selbstorganisierter Jugendkultur künftig zu ermöglichen, zu fördern oder geeignete Freiräume dafür zu schaffen?
3. Förderung junger Veranstalterinnen und Veranstalter
Für unerfahrene Veranstalterinnen und Veranstalter sowie junge Kulturschaffende scheint es zunehmend schwierig zu sein, finanzielle Förderung für eigene Projekte und Veranstaltungen zu erhalten.
Welche konkreten Maßnahmen würden Sie ergreifen, um jungen Menschen den Einstieg in die Kulturveranstaltung zu erleichtern und sie darin zu bestärken, selbstständig kulturelle Angebote auf die Beine zu stellen?
4. Junge Zielgruppen bei städtischen Veranstaltungen
Veranstaltungen wie das Schlossgarten Open Air und die Maiwoche scheinen sich in ihrer derzeitigen Ausrichtung zu einem großen Teil an ein eher älteres und finanziell stärker aufgestelltes Publikum zu richten.
Welche Pläne haben Sie, um auch junge Erwachsene stärker anzusprechen und ihnen attraktive, zeitgemäße und niedrigschwellige Angebote im Rahmen solcher städtischen Veranstaltungen zu machen?
Wir würden uns über konkrete Antworten und insbesondere über Ihre persönlichen Vorstellungen zur zukünftigen Entwicklung der Osnabrücker Kultur- und Nachtlebenszene freuen.
Vielen Dank im Voraus für Ihre Zeit.
Mit freundlichen Grüßen
Tom Düsing
Vorstandsvorsitzender
SchwarzLichtGestalten e.V.